Werbeartikel - Lexikon

Elektrolytische Beschriftung (Ätzen)

Die elektrolytische Beschriftung, manchmal auch als „Ätzen" bezeichnet, ist ein Verfahren, um saubere, qualitativ hochwertige Beschriftungen auf metallischen Gegenständen aufzubringen. Im Maschinenbau- und Medizinbereich flächendeckend eingesetzt, eignet sich die Methode auch bestens für den Werbeartikelmarkt mit seinen häufig kleinen Stückzahlen.
Das Prinzip: Ein Spezialstempel, der mit einer Elektrolytflüssigkeit befeuchtet wurde, wird unter Schwachstrom gesetzt, wobei Stromstärke und -Spannung steuerbar sind. Durch eine Schablone wird der Strom auf den /u bedruckenden Artikel geleitet, auf dem sich das Schablonenmotiv abbildet. Die so erzeugte Beschriftung ist abriebfest, hitze -und seewasserbeständig, erzeugt aber keinerlei Deformationen, Grate oder Gefügeveränderungen.
Gegenüber der Lasergravur bietet die elektrolytische Beschriftung eine Reihe von Vorteilen: Die Beschriftungszeit beträgt, großen- und materialabhängig, lediglich ein bis vier Sekunden. Das Prozedere ist denkbar einfach und kann ohne jegliche Vorkenntnisse durchgeführt werden. Die Anschaffungskosten der entsprechenden Apparate sind geringer als die Kosten für Lasergraviermaschinen, und zu guter Letzt erzeugt eine Elektrolytbeschriftung kaum eine haptische Veränderung auf dem Werkteil, da lediglich 1-3 µm abgetragen werden, eigentlich also nur ein Farbumschlag stattfindet.

Vom Film zum Druck
Wie bei anderen Individualisierungstechniken auch, muss für eine elektrolytische Beschriftung zunächst ein Film erstellt werden. Mit der Filmfolie werden dann die Schablonen belichtet, und zwar ganz ähnlich wie bei der Siebherstellung im Siebdruck: Auf einer mit UV-empfindlichem Material be-schichteten Schablone aus Seidengewebe wird der Film fixiert, anschließend wird die Schablone mit UV-Licht im Vakuum belichtet. An den Stellen, auf die das UV-Licht trifft, härtet die Schicht aus; wo das Motiv auflag, bleibt die Schablone durchlässig.
Die fertige Schablone wird auf dem Werkstück fixiert und der Stempel mit der entsprechenden Elektrolytflüssigkeit befeuchtet. Hierbei handelt es sich um eine saure, wässrige Lösung, wobei je nach Material - Stahl, Messing, Chrom, Aluminium o.Ä. - eine andere Zusammensetzung verwendet werden muss. Sämtliche Gemische sind bei Hautkontakt ungefährlich. Der befeuchtete Stempel wird anschließend unter Schwachstrom gesetzt, wobei Stromstärke und Dauer des Stromflusses genau einstellbar sind. Um die chemische Reaktion zu stoppen, muss das fertige Werkstück nach dem Beschriftungsvorganf mit einer weiteren Spezialflüssigkeit - dem Neutralyt neutralisiert werden.