Werbeartikel - Lexikon

Grüne Produkte

Eng verknüpft mit sozialer Verantwortung und derzeit ebenfalls ein vieldiskutiertes Thema ist ökologische Nachhaltigkeit. „Grüne" Werbeartikel haben in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erfahren. Kein Wunder wer Zukunftsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein kommunizieren will, braucht entsprechende Werbeträger. In allen Produktbereichen drängen Artikel aus recycelten, biologisch abbaubaren oder nachhaltig produzierten Materialien auf den Markt. Kaum ein Anbieter, der nicht einige Produkte oder Produktserien mit dem Label „Grün" ins Portfolio aufgenommen hat. Da ist es oft nicht ganz einfach, reine Kosmetik von echten Inhalten zu unterscheiden nicht wenige der vollmundig als „öko" angepriesenen Novitäten entpuppen sich bei genauem Hinsehen als Mogelpackung. Echte Sicherheit schaffen international anerkannte und von unabhängiger Seite ausgestellte Zertifikate, denn die Begriffe „Bio" und „Öko" sind in der EU geschützt.

Das Bio-Siegel, 2001 eingeführt, ist als einziges Öko-Zertifikat in Deutschland unter strafrechtlichem Schutz. Seine Verwendung wird durch das Öko- Kennzeichengesetz, dem die Anforderungen der EG-Öko-Verordnung zugrunde liegen, und die Öko-Kennzeichenverordnung geregelt. Detailliert gibt das Siegel an, wie Erzeuger und Verbraucher sicher produzieren und welche Inhaltsstoffe sie verwenden dürfen.

So gelten bei der Herstellung von biologischen Lebensmitteln genaue Vorschriften für die Verwendung von Zutaten und zugelassenen Zusatzstoffen. Außerdem werden spezielle Anforderungen an den Produktionsprozess gestellt - bei der Verarbeitung etwa müssen ökologische und konventionelle Waren strikt voneinander getrennt werden. Mittlerweile gibt es im Werbearti-kelmarkt bereits diverse Hersteller, die für einen Teil ihrer Produktpalette das Bio-Siegel erworben haben.

Das Siegel will u.a. eine lückenlose Kette von der Herstellung über die Lagerung bis zum Verkauf garantieren. Also fallen auch Wiederverkäufer unter die Kontrollpflicht. Das heißt in ihrem Fall: Sie dürfen nur von zertifizierten Lieferanten kaufen und müssen, falls sie ein Lager haben, eine separate Lagerhaltung nachweisen. Bei verpackten Produkten reicht es allerdings, wenn die Paletten mit Bio-Produkten eindeutig gekennzeichnet sind und ein Abgleich zwischen ein- und verkaufter Ware dokumentiert wird. Dementsprechend unkompliziert und wenig kostenintensiv ist das Kontrollverfahren für Händler. Der Endanwender jedoch erhält ein Produkt, das tatsächlich „bio" ist. Übersicht über weitere wichtige Zertifizierungen findet sich ab S. 193.

Wer einen wirklich grünen Artikel einsetzen will, muss auch bei der Werbeanbringung strenge Maßstäbe beachten. So gibt es Textilien, sie zwar aus organischer Baumwolle bestehen, in der Weiterverarbeitung durch Zwischenhändler jedoch mit schadstoffbelasteter Farbe eingefärbt wurden. Auch viele Farben, die beim Sieb-, Tampon- oder Digitaldruck verwendet werden, sind alles andere als umweltfreundlich. Und der Transportweg, auf dem ein Artikel zum Endanwender gelangt, ist ebenfalls Teil seiner Ökobilanz - wer im Rahmen eines „Schnellschusses" eine Charge einfliegen lässt, handelt wenig nachhaltig.

Ähnlich wie in den Bereichen Produktsicherheit und -qualität gilt auch für ethisch und ökologisch korrekte Produkte: Sie haben ihren Preis. Ein fair produziertes und gehandeltes T-Shirt kann niemals so billig sein wie „Sweatshop-Ware", ebenso wie aufwendige und kostspielige Bio-Zertifizierungen einen Aufschlag notwendig machen. Wer jedoch bereit ist, einen angemessenen Preis zu zahlen, erhält nicht nur ein nachhaltiges Produkt, sondern verleiht auch seiner Werbebotschaft mehr Nachhaltigkeit und Glaubwürdigkeit.