Werbeartikel Lexikon

Merchandising

Das Merchandising ist quasi die Königsdisziplin des Werbeartikels: der Werbeartikel nämlich, für den der Empfänger sogar Geld bezahlt, um ihn zu bekommen. Das funktioniert natürlich nur, wenn er eine Marke oder Botschaft trägt, die für die Zielgruppe besonders attraktiv ist.

Als Erstes fallen einem hier vielleicht die Merchandising-Artikel von Fußballvereinen ein: Von Fanschals über die Frühstückstasse bis hin zu Handtüchern, Schlüsselbändern, aber auch hochwertigen Sporttaschen, Winter Jacken oder Leder-Armbanduhren reichen hier die Kollektionen vieler Vereine schon. Auch im Musik- und Konzertbereich wird ein nicht unbedeutender Anteil der Einnahmen heute mit Merchandising erzielt: Tour-T-Shirts, Buttons, Band-Bettwäsche, im Bereich der Teenie-Bands auch Schulartikel, etc.

Ähnliches gilt für Event-Bereiche wie Musicals und Freizeitparks aber auch für das Stadtmarketing: Viele großen Städte haben heute eigene Merchandising-Stores, in denen sich Tassen, Mützen, Taschen oder Frühstücksbrettchen in den eigens für das Stadtmarketing konzipierten Corporate Designs kaufen lassen.

Auch die großen Consumer Brands verkaufen Merchandising-Artikel: Die norddeutschen Biermarken Beck's und Jever z.B. betreiben eigene Shops, in denen Produkte vertrieben werden, die das Lebensgefühl der Marken transportieren sollen - natürlich passend zum Markenerscheinungsbild gestaltet. Auch andere starke Marken wie Coca-Cola, Disney, Lufthansa, Mercedes oder Starbucks bieten breite Kollektionen an.

Spannende Beispiele sind auch der Kräuterlikör Jägermeister, dem vor einigen Jahren ein erstaunlicher Marken-Relaunch vom spießigen Magenbitter zum Kult-Getränk geglückt ist und dessen Merchandising-Produkte heute stark nachgefragt werden, sowie die Zigaretten-Marke Camel, unter deren Brand ein umfassendes und hochwertiges Bekleidungssortiment entwickelt wurde, das heute in Bekleidungsgeschäften und eigenen Stores verkauft wird, ohne dass es vom Käufer noch zwingend als Merchandising empfunden wird. Ähnliches gilt für Peugeot und Porsche, die unter ihrem Namen eigenständige Produktlinien mit hochwertigen Design- und Gebrauchsartikeln anbieten, die mit Autos nicht mehr viel zu tun haben, den Konzernen aber schöne Zusatzgewinne bescheren.