Werbeartikel - Lexikon

Prägung

Lederwaren gehören im Premium-Segment zu den Produktklassikern. Als Prämie für Abonnenten oder treue Kunden, als dreidimensionale Werbung für gute Geschäftspartner und in ähnlichen Funktionen steht Leder für Wertschätzung, Individualität und Qualität. Setzt man Produkte einer renommierten Marke ein, fällt deren guter Ruf zudem auf das eigene Unternehmen zurück. Ein weiterer Vorteil für den Anwender liegt in der Langlebigkeit des Materials: Mitunter werden Lederprodukte jahrelang benutzt, entsprechend lange verweilt die Werbebotschaft beim Adressaten. Damit Werbeartikel aus Leder ihr volles Potenzial entfalten können, sollten sie allerdings möglichst dezent individualisiert werden - etwa mittels einer Prägung. Bei dieser Werbeanbringungstechnik unterscheidet man zwischen Blindprägung, Farbfolienprägung und Hochfrequenzprägung.

Bilddprägung
Die Blindprägung ist die gängigste Prägeform. Sie zählt zu den ältesten Techniken der Ledergestaltung und wurde zunächst bei der Gestaltung Bucheinbänden eingesetzt - bereits in der Spätantike und im Mittelalter. Blindprägung bietet die Möglichkeit, Motive dreidimensional auf das Leder zu bringen, wahlweise erhaben oder vertieft. Gleichzeitig bleibt sie immer elegant und dezent. Mittels einer Handpresse oder eines Prägeautomaten wird ein erhitzter Stempel aus Messing oder Magnesium mit dem gewünschten Motiv aufs Leder gedrückt.
Temperatur und Höhe des Drucks sind entscheidend für das Prägeergebnis. Die optimale Temperatur liegt zwischen 120 und 160°C. Um das Leder dauerhaft zu verformen, ist eine gewisse Hitze notwendig - zu viel Hitze allerdings kann das Leder verbrennen oder sogar durchschneiden. Ähnlich verhält es sich mit dem Druck: Je feiner die Linien des Motivs, desto behutsamer muss Druck auf den Stempel ausgeübt werden, da er sonst wie ein Messer wirkt.

Farbfolienprägung
Bei der Farbfolienprägung läuft zwischen Leder und Stempel eine dünne, farbige Folie, die durch Hitze und Druck auf das Material übertragen wird. Das fertige Motiv erscheint in Farbe, die Oberfläche bleibt glatt. Um diesen Effekt zu erreichen, ist weniger Hitze als bei der Blindprägung notwendig - zwischen 90 und 120°C -, es darf jedoch nicht so viel Druck ausgeübt werden.
Farbfolienprägung bietet hohe Deckkraft und eine gute Farbdichte. Für Gold- und Silbereffekte wird Blattgold oder Silberfolie eingesetzt, alle anderen Farben werden mit einem Pigmentpulver auf einer Spezialfolie angemischt. Dabei ist jede Farbe auf der Pantoneskala realisierbar.

Hochfrequenzprägung
Die Hochfrequenzprägung wird bei Kunstmaterialien wie PVC oder PU-Materialien angewandt. Durch den Stempel und eine Metallplatte unter dem Prägegut wird Hochfrequenzstrom (HF-Strom) geleitet. Dieser erzeugt im Prägegut ein elektrisches Wechselfeld, das die Moleküle des Kunststoffes in Schwingung versetzt und Reibungswärme erzeugt, wodurch die Logokonturen zu einer Blindprägung verschmelzen.

Stempel
Für große Stückzahlen und sehr feine Motive wird ein Stempel aus Messing verwendet; bei kleinen Stückzahlen wird zumeist Magnesium als Stempelmaterial eingesetzt. Messingstempel sind in der Herstellung rund fünfmal teurer als Magnesium-Modelle: Beim Messingstempel muss das Motiv aufwendig eingraviert werden, während Magnesium einfach in eine Form gegossen wird.